Lottogeld verhilft kleinen Arnstädter Patienten zu Therapiegerät


Thüringer Innenministerium gewährt dem Verein „Herzblatt“ Lottogeld, das Patienten der Kinderorthopädie des Marienstifts beim Gesundwerden hilft

Konzentriert schaut Lina vor sich auf den kleinen Monitor. Auf einem Podest balanciert eine Erfurter Puffbohne. Plötzlich driftet diese nach rechts, droht abzustürzen. Also legt sich die Zehnjährige ins Zeug, tritt gleichmäßig in die Pedalen, was bewirkt, dass die Puffbohne wieder in die Mitte des Podestes rückt.

„Das macht Spaß“, sagt Lina. Sie ist Patientin der Kinderorthopädie im Marienstift. Im November wurde sie am Fuß operiert, Romy (9) hat sogar beide Füße in Gips.

Nun sind die Operationswunden so weit verheilt, dass sie intensive Reha-Maßnahmen angehen können. Und das Motomed, ein spezielles Gerät, das die Mädchen benutzen, ist dafür eine gute Unterstützung.

Der Spieltrieb der kleinen Patienten wird ausgenutzt, um sie wieder mobil zu machen. Radfahrbewegungen sind ebenso möglich wie Bewegungen der Arme. Und wer selbst noch nicht strampeln kann, lässt seine Muskeln durch Motorenunterstützung sanft lockern.

„Wir haben hier auf der Station sehr gute Erfahrungen mit dem Motomed gemacht“, betont Physiotherapeutin Annerose Linse. Als das bisherige Leihgerät zurück zum eigentlichen Besitzer ging, schaltete sich der Verein „Herzblatt“ ein.

Vor zehn Jahren wurde er gegründet. Seither werden verschiedene Projekte zugunsten von Kindern gefördert. Ein Schwerpunkt der Arbeit sind die Kinder, die im Marienstift operiert werden und hier oft viele Wochen verbringen.

Um genügend Gelder für Anschaffungen zu haben, muss man aber bekannt sein. Daher nutzt „Herzblatt“ jede Chance, stellte sich auch im Landtag vor – und erhielt dort die Zusage für 1000 Euro Fördermittel.

Innenminister Georg Maier (SPD) überbrachte jetzt das für ein neues Motomed bestimmt Geld und probierte das Gerät auch selber begeistert aus. Spätestens im Dezember kommt er erneut ins Marienstift, versprach er. Gemeinsam mit der SPD-Landtagsabgeordneten Eleonore Mühlbauer will er dann Weihnachtsgeschichten vorlesen.

Britt Mandler / 11.01.18

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